Mit der privaten Krankenversicherung Steuern sparen

Mit dem Abschluss einer privaten Krankenversicherung können Steuern gespart werden. Denn seit einigen Jahren lassen sich die Beiträge für die Krankenversicherung besser steuerlich absetzen. Jedoch werden nur in den wenigsten Fällen 100 Prozent des PKV-Beitrags berücksichtigt. Mit einem Trick können Privatversicherte allerdings für ein zusätzliches Plus sorgen.

Privat krankenversichert und Steuern sparen

Im Zuge des Bürgerentlastungsgesetzes aus dem Jahr 2010 können Privatversicherte nun besser ihre Beiträge zur privaten Krankenversicherung (PKV) steuerlich geltend machen. Dies war zwar auch schon zuvor möglich. Doch mit dem Gesetz können die Beiträge zur gesetzlichen und privaten Krankenversicherung sowie zur Pflegepflichtversicherung komplett als Sonderausgaben in der Einkommenssteuererklärung angegeben und berücksichtigt werden. Jedes Jahr werden die Bürgerinnen und Bürger auf diese Weise um rund 10 Milliarden Euro steuerlich entlastet, so das Bundesfinanzministerium.

Beiträge zur privaten Krankenversicherung können steuerlich geltend machen

Die Beiträge zur privaten Krankenversicherung werden in den meisten Fällen vom Finanzamt jedoch nicht zu hundert Prozent berücksichtigt. Es können nur die Beiträge steuerlich abgesetzt werden, die zur sogenannten Basisabsicherung dienen. Damit sind Leistungen gemeint, die in Art, Umfang und Höhe den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen, informiert das Finanzministerium. Da beispielsweise die Chefarztbehandlung oder Heilpraktikerleistungen nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu finden sind, können diese auch nicht steuerlich abgesetzt werden. Gleiches gilt unter anderem für

  • Kieferorthopädische Leistungen
  • Pflegezusatztarife
  • Krankentagegeldtarife

In einem Schreiben von ihrem Versicherer erfahren Privatpatienten, welcher Teil des Beitrags für die Basisabsicherung und welcher für ein Leistungsniveau oberhalb der gesetzlichen Krankenkasse aufgewendet wird. In der Regel können 80 bis 95 Prozent des Beitrags zur privaten Krankenversicherung steuerlich abgesetzt werden. Wer in einem Basistarif versichert ist, kann in der Regel 100 Prozent absetzen, da dieser lediglich die Pflichtleistungen der GKV bietet.

Mit einer privaten Krankenversicherung Steuern reduzieren: Das ist wichtig

Wichtig: Privatversicherte können nur den Anteil in der Steuererklärung geltend machen, den sie selbst gezahlt haben. Bekommen sie einen Arbeitgeberzuschuss oder Beihilfe, wird dieser Betrag nicht berücksichtigt.

Das Finanzamt rechnet nur die tatsächlich gezahlten Beiträge an. Erhalten Privatversicherte eine Beitragsrückerstattung, reduziert sich der Betrag, der steuerlich geltend gemacht werden kann. Selbst wer mit einem Selbstbehalt seinen PKV-Beitrag reduziert, kann nur diesen ansetzen und nicht den ursprünglichen, der ohne eine Selbstbeteiligung fällig wäre.

Bis 2019 gibt es eine sogenannte Günstigerprüfung. Hier überprüft das Finanzamt, welches Recht für den jeweiligen Steuerzahler vorteilhafter ist das seit 2010 geltende Bürgerentlastungsgesetz oder die zuvor geltende Rechtsprechung. Kommt der Steuerpflichtige bei der aktuellen Regelung schlechter weg, gilt die ältere.

Krankenversicherungsbeiträge sind komplett steuerlich absetzbar

Normalerweise ist der Höchstbeitrag für sonstige Vorsorgeaufwendungen auf 1.900 Euro begrenzt, bzw. auf 2.800 Euro für Steuerpflichtige, die ihre Krankenversicherungskosten allein zahlen (etwa Selbständige). Geben Steuerzahler jedoch mehr für die Basiskranken- und Pflegepflichtversicherung aus, können diese komplett als sonstige Vorsorgeaufwendungen angesetzt werden. Das Bundesfinanzministerium hat dazu ein Beispiel parat:

Ein Privatpatient zahlt seine PKV-Beiträge aus der eigenen Tasche. Diese belaufen sich pro Jahr auf 4.000 Euro. Zehn Prozent dieser Summe werden für Komfortleistungen aufgewendet, sodass er 3.600 Euro als Sonderabgaben steuerlich geltend machen kann. Hinzu kommen 200 Euro für die Pflegepflichtversicherung. Anzusetzen sind demnach 3.800 Euro.

Legalen Steuertrick bei der privaten Krankenversicherung nutzen: So Steuern sparen

Da der PKV-Beitrag für die Basisabsicherung uneingeschränkt geltend gemacht werden kann, haben Privatversicherte die Möglichkeit, mit einer Vorauszahlung der Prämie zu ihrer privaten Krankenversicherung Steuern zu sparen. Solche Zahlungen sind bis zu eineinhalb Jahre im Voraus möglich. Die Beiträge können dann in der Steuererklärung des Jahres angesetzt werden, in dem die Vorauszahlung getätigt wurde.

Zudem können nun im nächsten Jahr Beiträge für andere Versicherungen wie Lebensversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung unter den sonstigen Vorsorgeaufwendungen geltend gemacht werden. Diese wären zuvor unberücksichtigt geblieben, da der Höchstbetrag von 1.900 Euro bzw. 2.800 Euro durch die PKV-Beiträge bereits ausgeschöpft wäre. So kann die Grenze jedoch ausgereizt werden.

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