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Rentner in der privaten Krankenversicherung: So wirkt sich das Alter auf die Beiträge aus

Vor allem junge Menschen schließen eine private Krankenversicherung (PKV) ab. Im Alter können die Beiträge jedoch erheblich steigen, vor allem dann, wenn zu wenige Altersrückstellungen gebildet werden. Bevor ein Vertrag abgeschlossen wird, sollte daher in jedem Fall überprüft werden, wie gut der jeweilige Anbieter auf privat Krankenversicherte im Alter vorbereitet ist.

Lohnt sich die private Krankenversicherung (PKV) für Rentner? Diese Frage sollten sich auch schon junge Menschen stellen, die erwägen in die private Krankenversicherung zu wechseln. Denn eine spätere Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist in der Regel nicht möglich. Daher ist es wichtig, sich auch mit der Beitragsentwicklung für Rentner in der PKV auseinanderzusetzen.

Gemessen an den Ausgaben für Arztbesuche, Medikamente und Untersuchungen müssten die Versicherungsbeiträge für Rentner in der privaten Krankenversicherung enorm sein. Denn im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung orientieren sich die Beiträge nicht am Einkommen, sondern vielmehr am individuellen Kostenrisiko. Je höher die zu erwartenden Kosten bei einem Versicherten, desto höher die Beiträge. Tatsächlich erhöhen sich die Prämien mit steigendem Alter. Doch zu wahren Beitragsexplosionen kommt es dabei kaum noch. Die Versicherer steuern längst entgegen. Falls es für Rentner in der privaten Krankenversicherung dennoch zu teuer wird, gibt es Alternativen. Bei diesen büßt man aber häufig den Leistungsvorsprung zur gesetzlichen Krankenversicherung ein.

Wann ist die private Krankenversicherung für Rentner zu teuer?

Die private Krankenversicherung kann für Rentner zu teuer werden. Denn einerseits sinkt im Alter mit Renteneintritt das Einkommen. Andererseits steigen die Beiträge im Laufe der Zeit an. Eine gute Krankenversicherung sorgt allerdings schon im Vorfeld dafür, dass die Beiträge später nicht explodieren. Gesetzlich vorgeschrieben ist ein Zuschlag von 10 Prozent zur privaten Krankenversicherung, mit dem die Beitragssteigerungen im Rentenalter reduziert werden sollen.
Die Versicherer sammeln diese Altersrückstellungen jedoch nicht nur ein. Sie legen das Kapital auch an und versuchen so die Rücklagen, die sie für jeden Versicherten verwenden können, zu erhöhen. Wirtschaftet die Gesellschaft gut, heißt das auch geringere Krankenversicherungsbeiträge im Alter. Deshalb sollten schon junge Menschen bei der Auswahl eines geeigneten Anbieters darauf achten, dass dieser eine hohe Finanzstabilität und gute Bilanzen aufweist.

Warum steigen die Beiträge bei der PKV im Alter?

Die Beiträge bei der privaten Krankenversicherung orientieren sich generell an biometrischen Faktoren. Das heißt, bei wem zum Beispiel aufgrund von Vorerkrankungen höhere Ausgaben für Arztbesuche und Medikamente zu erwarten sind, der muss auch mehr Geld für die Versicherungsprämien aufwenden. Bis Ende 2012 mussten Frauen mehr für ihren Krankenversicherungsschutz aufwenden, da sie einerseits eine längere Lebenserwartung aufweisen – also auch länger auf medizinische Leistungen angewiesen sind – und sie andererseits im Schnitt öfter den Arzt aufsuchen. Mittlerweile dürfen Versicherer aber von einem Geschlecht nicht mehr höhere Beiträge verlangen als vom anderen. Das Alter ist jedoch bei der privaten Krankenversicherung weiterhin einflussreich bei der Beitragsgestaltung. Je älter Versicherte sind, umso höher fallen die Prämien in der Regel aus.

Erstmal sinken die Beiträge im Alter?

Was viele Versicherte in der privaten Krankenversicherung nicht wissen: Zwar werden zusätzlich zum Grundbetrag bei der Prämie 10 Prozent für die Altersrückstellungen berechnet. Diese fallen aber mit der Vollendung des 60. Lebensjahrs weg. Bei Eintritt der Rente entfallen zudem Anteile für das Krankentagegeld. Das heißt: Die Prämie kann sich sogar erst einmal verringern. Allerdings wird diese Senkung meist sehr schnell wieder ausgeglichen. Hat der Versicherer jedoch gut mit den Altersrückstellungen gewirtschaftet, so steigen die Beiträge zur privaten Krankenversicherung für Rentner nicht zu schnell.

Wie wirken sich die Altersrückstellungen auf die PKV im Alter aus?

Um erhebliche Beitragssteigerungen im Alter bei der privaten Krankenversicherung zu vermeiden, bilden die Versicherer individuelle Altersrückstellungen. Das bedeutet, Versicherte zahlen nicht nur den Beitrag, der zur Deckung der durchschnittlichen Gesundheitskosten notwendig ist. Vielmehr erheben die Anbieter einen erhöhten Versicherungsbeitrag. Die Differenz wird angespart und später dazu verwendet, Kostensteigerungen zu vermeiden bzw. abzufedern. Wie erfolgreich dies ist, hängt vor allem davon ab, wie gut der Versicherer kalkuliert. Denn einerseits wollen die Anbieter die Altersrückstellungen nicht zu hoch ansetzen, damit sie mit günstigen Versicherungsbeiträgen konkurrenzfähig bleiben. Andererseits drohen bei zu geringen Rückstellungen Beitragssteigerungen, die schnell die finanziellen Fähigkeiten des Versicherungsnehmers übersteigen können. Bei der Auswahl eines geeigneten privaten Krankenversicherung Tarifs sollten deshalb die Strukturen der Altersrückstellungen beim jeweiligen Anbieter überprüft werden.

Zuschlag vom Rentenversicherungsträger

Wer Anspruch auf die gesetzliche Rente hat, kann für die private Krankenversicherung zudem einen Zuschuss auf die Versicherungsbeiträge erhalten. Dieser Zuschuss muss beim jeweiligen Rentenversicherungsträger beantragt werden. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach dem Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung und beträgt 7,3 Prozent der Rentenleistungen, maximal jedoch die Hälfte der tatsächlichen Aufwendungen für die private Krankenversicherung. Keinen Zuschuss gibt es hingegen für die Pflegeversicherung.

Alternative für Rentner bei der privaten Krankenversicherung

Trotz der Zuschüsse kann die Höhe der Versicherungsbeiträge die eigenen finanziellen Möglichkeiten übersteigen. In diesem Fall haben Rentner bei der privaten Krankenversicherung oftmals die Option in einen günstigeren Tarif beim gleichen Versicherer zu wechseln. Das lohnt sich vor allem dann, wenn der bisherige Tarif überaltert war. Doch auch ein solcher Wechsel kann die Beiträge nicht immer ausreichend reduzieren.

Rentnern stehen daher in der privaten Krankenversicherung in der Regel der Basis- bzw. der Standardtarif offen. Diese Sondertarife bieten weniger Leistungen, liegen aber noch immer auf dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung. Beim Basistarif entspricht der Beitrag dem Höchstbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Der Standardtarif ist oftmals deutlich günstiger, da hier die bisher angesammelten Altersrückstellungen mit diesem Höchstbetrag verrechnet werden. Ein Wechsel in den Basistarif ist für jeden Privatversicherten ab 55 Jahren möglich. In den Standardtarif kann man mit 65 Jahren wechseln, wenn das Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze liegt auch schon in einem Alter von 55 Jahren. Vor einem Wechsel in den Standardtarif muss jedoch berücksichtigt werden, dass sich dieser im Gegensatz zum Basistarif nicht mit Zusatzversicherungen ergänzen lässt.

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